Hans Warnecke - "Hans von Eisdorf"


Über ihn wurde ein Schauspiel geschrieben, eine mehr als 200-seitige Erzählung berichtet von seinen (möglichen) Erlebnissen und denen seiner Gefährten, in jedem Sagenband des Südharzes gibt es Legenden über ihn, sogar eine Straße ist nach ihm benannt. Allerdings hat er (noch) keinen eigenen "Wikipedia"-Eintrag (und das, was unter dem Stichwort `Eisdorf´ dort über ihn steht, ist noch dazu falsch):

Hans Warnecke, genannt "Hans von Eisdorf".

Wirkliche Fakten kennt man dabei über ihn allerdings kaum. Kein Geburtsdatum, nichts über seine Familie, kein Todestag, noch nicht einmal das Jahr. Auch über den Ort seines Todes gibt es verschiedene Aussagen.

Selbstverständlich fordere ich meine geneigten Leser nur ungern dazu auf, meine Seiten zu verlassen, aber der Link auf die folgenden Seiten ist es auf jeden Fall wert, und das nicht nur wegen Herrn Warnecke.
Einiges von dem Wenigen, was man über ihn und seine Taten - zeitgenössisch belegbar - weiß, ist hier mit Quellenangaben zusammengefaßt:

http://www.30jaehrigerkrieg.de/eisdorf-hans-warnecke-von/


Durchzug eines Troßwagens durch Eisdorf

So könnte es gewesen sein: In den Wirren des Krieges verliert Hans Warnecke Frau und Kind(er) durch marodierende/durchziehende Soldaten. Daraufhin zieht er sich in die Wälder zurück, wo er sich mit anderen zusammenschließt, die ein ähnliches Schicksal haben und die sich rächen und die Soldaten vertreiben wollen. Er wird ihr Anführer.



Hans Warnecke entkommt seinen Verfolgern durch einen Sprung von den Katzensteiner Klippen

In mehreren Sagen wird davon berichtet, daß Hans Warnecke auf der Flucht vor Verfolgern mit seinem Pferd von den Gipsklippen bei Katzenstein springt. Sein Pferd (und einmal auch eine Nonne, die mit ihm geritten sein soll) kommt dabei ums Leben. Er selbst überlebt den Sturz, auch, weil ihn sein aufgeblähter, weiter Mantel bei dem Fall getragen haben soll.


Im "Bierkrug" von Barthold Kohlrausch, Neustadt 259, (heute "Untere Neustadt 1"), soll Hans Warnecke 1627 bei einem Marktbesuch von den Osterodern überlistet und gefangengenommen worden sein.

Geschützt von der ´Marktfreiheit´, die allen Marktbesuchern für die Dauer des Marktes Unversehrtheit garantiert, begibt sich Hans Warnecke selbstsicher nach Osterode. Er wird erkannt. Ob durch verstellte Uhren oder ein vorzeitig eingeläutetes Marktende - mit dem Ende der Marktfreiheit wird der nunmehr `vogelfreie´`Hans von Eisdorf´ von einer Übermacht überwältigt und gefangengenommen. Ob er danach nun für seine Verbrechen zur Verhandlung nach Scharzfeld oder Celle gebracht wird oder ob man ihm gleich in Osterode den (kurzen) Prozeß macht ... das ist heute mit Sicherheit schwierig zu sagen...


Zu Hans Warneckes Tod und dem, was danach mit seinem Körper geschah, gibt es verschiedene Aussagen:


Berichtet wird aber auch, daß aus den Niederlanden zurückkehrende Söldner, ehemalige Kriegskameraden des Hans Warnecke, diesem dort begegnet seien. Mit seinem früheren Obersten Karpenzon solle er dort gegen die Spanier gekämpft haben. In seine Heimat, so hätte er geschworen, wollte er niemals wieder zurückkehren...


Die "Hans-von-Eisdorf-Straße" in Eisdorf.
Man beachte auch die "Harzschützenstraße"!
Die Straßenbezeichnung "In den Lägern" soll darauf zurückzuführen sein, daß die 1626 vor den durchziehenden Armeen geflohenen Eisdorfer hier die Reste von Lagern der Tilly´schen Nachhuten gefunden haben sollen,
als sie später in ihr verbranntes Dorf zurückkehrten.


Die Schlupfwinkel für Hans Warnecke und seine "Harzschützen" sollen den Überlieferungen nach gewesen sein:



Osteroder `Notgeld´-Schein über 50 Pfennig, gestaltet von Erich Ose, herausgegeben von Anton Waller (damals Besitzer der `Hansa Gaststätten´ im ehemaligen Hotel `Preussischer Hof´ am Kornmarkt) und dem Buchhändler Wilhelm Schlösser (Grassow´sche Buchhandlung, ebenfalls am Kornmarkt), 1922.


Erklärung des Bildmotives durch den `Harz-Kurier´, 17.01.2012



Quellenverzeichnis / Literatur / Sagen über `Hans von Eisdorf´: