Ein Wort vorweg: Mit dem Lesen der Schriften der folgenden Dokumente habe ich doch so meine Schwierigkeiten. Sofern die Verfasser sich ein wenig um Lesbarkeit bemüht haben, ist zumindest das Erschließen des Gesamtzusammenhanges nicht ganz so schwierig, aber bei so manchen Handschriften... (und die `Schlimmsten´ sind hier noch gar nicht mit dabei). Was ich sagen will: Sollte sich jemand auf diese Seite verirrt haben, dem das Entschlüsseln von Schriftstücken aus der Frühen Neuzeit flott von der Hand geht und der dann auch noch Lust hat, mir vielleicht das Ergebnis zu schicken (also sozusagen eine vollständige `Übersetzung´, bzw. das Auffüllen meiner `Lücken´), würde mich das sehr freuen! Und vielleicht dann auch spätere Seitenbesucher, die dann natürlich auch den `Klartext´ erhalten würden (gerne natürlich mit einem Hinweis auf den Helfer/die Helferin!).



Passierschein schwedischer Truppen vom 26. Januar 1632. Der Inhaber dieses Papieres darf unbehelligt von Osterode nach Seesen (und zurück) reisen - um dort das Hauptquartier des schwedischen Generalfeldmarschalls Johan Banér mit Proviant versorgen zu können.




Quittung (!) vom 8. Oktober 1632 über - von der Stadt Osterode erpresste - 1.000 Reichsthaler, unterzeichnet von Jobst Sch... .




"Salva Guardia" / "Schutzbrief" des Grafen von Merode für die Stadt Osterode vom 24. Oktober 1632, ...




... den der Herr Graf freilich erst ausstellt, nachdem er nach mehrtägiger Belagerung von der Stadt 8.000 Reichsthaler erpresst hat - und die Versicherung bekommen hat, in zwei Wochen weitere 4.000 zu erhalten, ...




... was er - Ordnung muß sein - mit Datum des gleichen Tages hiermit quittiert!




Die Osteroder tragen zusammen, was sie an Wertsachen noch auftreiben können, um die geforderte Restsumme von 4.000 Thalern zu bezahlen. Und sie erstellen ein `Verzeichniß´ über die aufgebrachten `Gelder undt Anderen Sachen´ zur `Außzahlung der 4000 Thaler`, die in `Hildeßheimb´ erfolgen soll. Es wird sogar etwas mehr ...




Das `Verzeichniß, daß dem Freyherrn von Palandt, Gubernator dero Statt Hildeßheimb´, folgendes geliefert worden ist: Im einzelnen `in spezie´:

Reichsthaler _____________________________ 3165 Reichsthaler
In Gulden, Ketten und bruch _____________________________
golt..3 Mark 5 loht ____________________________________
... 6 Thlr _________________________________ 319 Thaler 18gl.
28 Rosenobel (= Goldmünze) Jeder 4 Thaler_________ 112 Thaler
In golt...______________________________________ 72 Thaler
In K......... ____________________________________ 85 Thaler
38 Ducaten Jeder 2 Thaler ___________________ 76 Thaler 18 gl.
2 Diamant Ringe ... ___________________________ 170 Thaler

Summa ____________________________________ 4000 Thaler

Die Auflistung weist einen Überschuß von etwas über 105 Thalern aus.




Rudolff Freiherr von Pallant, Anführer einer für ihre Ausschreitungen berüchtigten Soldatentruppe, war nach der Eroberung der Stadt Hildesheim vom stellvertretenden Befehlshaber des Heerführers Pappenheim als deren Statthalter eingesetzt worden. Als dieser war er derjenige, an den die "Nachzahlung" der Osteroder entrichtet werden mußte.
Hier `bezeugt und quitirt´ er, von den `Deputirten der Stadt Osterode´ am 7. November 1632 `Vier Tausendt Reichsthaler´ für den `Herrn Grafen von Merode´ `zu recht empfangen´ zu haben.

Für dieses Mal hat sich Osterode von Plünderung und Brandschatzung freigekauft...